Aus der intensiven Auseinandersetzung mit Material, Lebensraum und Formensprache entstehen florale Arbeiten mit unverwechselbarem Charakter. Maria Bernadette Hauser zeigt, wie Naturbeobachtung, handwerkliche Präzision und gestalterische Klarheit zu einer stimmigen Werkserie mit Rhododendron ferrugineum verschmelzen.
Alpine Strukturen
Die Jahresringe der Äste des Rhododendron ferrugineum lassen erahnen, dass einige dieser Pflanzen bereits Generationen überdauert haben. Ihre knorrigen Triebe erzählen von Zeit, Witterung und Wachstum. Auf dieser gewachsenen Struktur bauen neue Triebe auf, während Rohstahl der Gestaltung Halt und Beständigkeit verleiht. So entsteht ein Zusammenspiel von Alter und Neubeginn, das sich erst bei genauer Betrachtung offenbart.
Alpenrosen-Brautstrauß
Die Manschette des vorliegenden Brautstraußes wurde aus Pinus cembra gedrechselt, welche durch eine Lawine im Wuchsgebiet des Rhododendron ferrugineum entwurzelt wurde. Die Zirbe umgibt die Alpenrose als vertraute Begleiterin ihres Lebensraums und lenkt den Blick auf die besondere Schönheit ihrer Blätter. Ihr charakteristischer Duft entfaltet seine Wirkung leise und unaufdringlich – eine Eigenschaft, die auch der Liebe innewohnt.
Raumschmuck mit Alpenrose
In jungen Jahren ziert eine rötlich-braune Farbe die Äste des Rhododendron ferrugineum, im Alter endend in gräulichen Tönen und klaren Zügen. Die organischen Bewegungen – oft wild und unvorhersehbar durch vegetative Einflüsse gezeichnet – verbinden sich in einem Rahmen aus rohem Stahl zu einem Bild.
Maria Bernadette Hauser verbindet floristische Gestaltung mit einem fundierten Verständnis für Natur, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Nach ihrem Studium der Forstwissenschaften fand sie in der Floristik die Möglichkeit, ihre Leidenschaft für natürliche Zusammenhänge und kreatives Handwerk zu vereinen.
Geprägt von der Zusammenarbeit mit Meisterfloristin Sabrina Rainer sowie von den Eindrücken des Jaufentals in Südtirol, entstand eine Werkserie rund um die Alpenrose (Rhododendron ferrugineum). Im Mittelpunkt steht die Pflanze in ihrer natürlichen Vielfalt: von ihrem Lebensraum bis hin zur gestalterischen Verwendung ihrer Äste in floristischen Arbeiten. So werden die enge Verbindung zwischen Pflanze, Naturraum und floristischem Handwerk sowie die Schönheit der Alpenrose in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen sichtbar.
Alle Fotos: Maria Bernadette Hauser
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